Prosecco oder Sekt? Unterschied, Geschmack und welche Flasche wofür
Prosecco ist ein Schaumwein mit geschützter Herkunft aus Nordostitalien: Er besteht zu mindestens 85 Prozent aus der Rebsorte Glera und wird fast immer im Drucktank vergoren. Sekt ist dagegen kein Herkunftsname, sondern die deutsche Bezeichnung für Qualitätsschaumwein, bei dem Rebsorte und Gärverfahren frei sind. Prosecco schmeckt deshalb meist leicht, fruchtig und blumig, ein Sekt je nach Machart ähnlich frisch oder deutlich feiner und hefiger.
Prosecco, Sekt, Crémant und Champagner im Vergleich
| Prosecco | Sekt | Crémant | Champagner | |
|---|---|---|---|---|
| Herkunft | Venetien und Friaul-Julisch Venetien (DOC und DOCG) | nicht festgelegt, „Deutscher Sekt“ nur aus deutschen Trauben | mehrere französische Regionen, etwa Burgund, Elsass, Loire | nur die Champagne |
| Rebsorten | mindestens 85 % Glera | frei, oft Riesling, Chardonnay oder Burgundersorten | je nach Region, im Burgund vor allem Chardonnay und Pinot Noir | vor allem Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier |
| Zweite Gärung | im Tank, mindestens 30 Tage | im Tank (Herstellung mindestens 6 Monate) oder in der Flasche (mindestens 9 Monate) | in der Flasche, mindestens 9 Monate auf der Hefe | in der Flasche, ohne Jahrgang mindestens 15 Monate Reife |
| Geschmack | Birne, Apfel, weiße Blüten, leicht | von fruchtig und frisch bis hefig | fein, oft Brioche und Nuss | vielschichtig, Hefe, reife Frucht |
Herstellung: Tankgärung oder Flaschengärung
Jeder Schaumwein beginnt als stiller Grundwein. Kommen Zucker und Hefe hinzu, gärt er ein zweites Mal, und die dabei entstehende Kohlensäure bleibt im geschlossenen Gefäß. Der Unterschied liegt darin, wo diese zweite Gärung stattfindet und wie lange der Wein danach auf der Hefe liegt.
Prosecco entsteht fast immer nach der Charmat- oder Martinotti-Methode: Die zweite Gärung läuft in großen Edelstahltanks unter Druck, bei Prosecco DOC mindestens 30 Tage, bei Prosecco Rosé mindestens 60 Tage. Danach wird der Wein gefiltert und abgefüllt. So bleiben die frischen Fruchtaromen der Glera im Vordergrund, Hefetöne spielen kaum eine Rolle.
Bei der Flaschengärung gärt der Wein in der Flasche, in der er später verkauft wird. Steht „traditionelle Flaschengärung“ auf dem Etikett, lag er mindestens neun Monate ununterbrochen auf der eigenen Hefe, bevor sie entfernt wurde. Das bringt eine feinere, cremigere Perlage und Aromen von Brioche, Nuss und Gebäck. Crémant und Champagner werden immer so hergestellt, Sekt nur zum Teil. Viele günstige Sekte stammen aus dem Tank, dafür schreibt das Weinrecht eine Herstellungsdauer von mindestens sechs Monaten vor.
Glera und der Herkunftsschutz
Prosecco ist ein geschützter Herkunftsname, keine Rebsorte. Die Traube hieß früher selbst Prosecco, heute heißt sie Glera, damit der Name allein für die Herkunft steht. Mindestens 85 Prozent des Weins müssen aus Glera bestehen, den Rest dürfen andere zugelassene Sorten wie Chardonnay oder Pinot Bianco beisteuern. Der Zardetto Prosecco DOC Brut nutzt diesen Spielraum: 85 Prozent Glera, dazu Pinot Bianco und Chardonnay.
Es gibt zwei Qualitätsstufen:
- Prosecco DOC: das große Gebiet in neun Provinzen Venetiens und Friaul-Julisch Venetiens, überwiegend in der Ebene. Jede Flasche trägt eine staatliche Kontrollbanderole.
- Prosecco DOCG: die Hügellagen von Conegliano Valdobbiadene, deren Weine „Prosecco Superiore“ heißen, und von Asolo. Sie gelten als die anspruchsvollere Stufe.
Seit 2020 gibt es außerdem Prosecco Rosé DOC: Glera mit 10 bis 15 Prozent Pinot Nero, immer mit Jahrgang, deshalb steht „Millesimato“ auf dem Etikett. Rosé gibt es nur als DOC, nicht als DOCG.
Brut, Extra Dry, Dry: Wie süß ist dein Schaumwein?
Die Süßeangaben gelten für alle Schaumweine in der EU, ob Prosecco, Sekt oder Champagner. Gemessen wird der Restzucker in Gramm pro Liter:
- Brut Nature (naturherb): unter 3 g/l
- Extra Brut (extra herb): 0 bis 6 g/l
- Brut (herb): unter 12 g/l
- Extra Dry (extra trocken): 12 bis 17 g/l
- Dry (trocken): 17 bis 32 g/l
- Demi-Sec (halbtrocken): 32 bis 50 g/l
Die Falle steckt im Namen: Extra Dry ist süßer als Brut. Und ein „trockener“ Schaumwein enthält mehr Zucker als ein trockener Stillwein, der höchstens 9 g/l haben darf. Wenn du es wirklich herb magst, nimm Brut. Extra Dry wirkt runder und fruchtiger, das passt gut zum Aperitif und zu salzigen Kleinigkeiten.
Crémant und Champagner kurz eingeordnet
Crémant heißen französische Schaumweine aus Regionen außerhalb der Champagne, etwa aus dem Burgund, dem Elsass oder von der Loire. Sie entstehen in traditioneller Flaschengärung und liegen mindestens neun Monate auf der Hefe. Geschmacklich sind sie näher am Champagner als am Prosecco, kosten aber meist weniger.
Champagner darf nur aus der Champagne kommen. Ohne Jahrgang muss er mindestens 15 Monate reifen, viele Häuser lassen ihn länger liegen. Der Champagne Lanson Le Black Création Brut reift laut Hersteller vier Jahre.
Welche Flasche wofür?
- Aperitif, Spritz und Gartenparty: Prosecco Brut. Leicht, fruchtig und mit 11 % vol moderat im Alkohol.
- Anstoßen mit vielen Gästen: ein klassischer Sekt Brut, der zu Häppchen und Fingerfood passt.
- Zum Essen mit Fisch und Meeresfrüchten: flaschenvergorener Sekt oder Crémant. Die cremige Perlage und die Hefenoten halten auch Sahnesaucen stand.
- Rosé zum Dessert: Crémant Rosé zu roten Früchten oder Schokoladenkuchen.
- Der besondere Abend: Champagner, wenn lange Reife und Vielschichtigkeit im Mittelpunkt stehen sollen.
Unsere Empfehlungen
- Zonin Prosecco DOC Brut: spritzig, mit Zitrusfrüchten und weißen Blüten, ein unkomplizierter Prosecco zum Aperitif, pur oder auf Eis. Bei 8 bis 10 °C servieren.
- Zardetto Prosecco DOC Brut: Akazienblüten, Aprikose und grüner Apfel mit feiner, langanhaltender Perlage. Passt zu Vorspeisen, Fisch und Geflügel, bei 8 bis 10 °C.
- Zardetto Prosecco Rosé DOC Millesimato Extra Dry: reife rote Früchte und dezente Blütennoten, als Extra Dry etwas milder. Schön zu Insalata Caprese und gekochtem Schinken, bei 8 bis 10 °C.
- Kessler Hochgewächs Chardonnay Brut: Flaschengärung, Birne, Quitte und Apfel mit cremiger Perlage, zu Meeresfrüchten bei 7 °C. Ebenfalls flaschenvergoren ist der Kessler Sekt Rosé Brut mit Erdbeere und Waldhimbeere. Zum Anstoßen eignet sich der Kessler Sekt Brut mit Apfel, Birne und hellen Blüten, etwa zu Parmaschinken mit Melone.
- Cave de Lugny Crémant de Bourgogne Blanc de Blancs Brut: reiner Chardonnay mit Haselnuss, Mandel und Brioche, zu Fisch und Jakobsmuscheln in Sahnesauce bei 6 bis 8 °C. Der Cave de Lugny Crémant de Bourgogne Rosé Brut passt zu Desserts mit roten Früchten.
- Champagne Lanson Le Black Création Brut: zur Hälfte Pinot Noir, dazu Chardonnay und Pinot Meunier, lang und lebendig im Abgang. Für Trüffel- und Pilzgerichte oder den Abend, an dem es Champagner sein soll, bei 8 bis 10 °C.
Alle Schaumweine findest du in der Kollektion Prosecco, Sekt und Champagner, nur die Italiener unter Prosecco. Jeder Wein kommt als 6er- oder 12er-Kiste, ab 12 Flaschen ist der Versand innerhalb Deutschlands kostenfrei.
Häufige Fragen
Ist Prosecco ein Sekt?
Umgangssprachlich wird jeder Schaumwein Sekt genannt. Genau genommen ist Prosecco ein italienischer Schaumwein mit geschützter Herkunft. Auf dem Etikett steht „Spumante“ für Schaumwein oder „Frizzante“ für Perlwein.
Was ist der Unterschied zwischen Prosecco Spumante und Frizzante?
Spumante ist ein Schaumwein mit mindestens 3 bar Druck und kräftigem Prickeln. Frizzante ist ein Perlwein mit 1 bis 2,5 bar, er perlt sanfter und weniger lange.
Ist Extra Dry süßer als Brut?
Ja. Brut hat weniger als 12 g/l Restzucker, Extra Dry 12 bis 17 g/l. Wer es herb mag, greift zu Brut oder Extra Brut.
Wie kalt serviert man Prosecco und Sekt?
Prosecco bei 8 bis 10 °C, Sekt und Crémant etwas kälter bei 6 bis 8 °C. Ein Weißweinglas zeigt die Aromen besser als eine enge Sektflöte.
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